Pizza-Akademie · Basis

Neapolitanische Pizza — Basis
ab 500 € Grundpreis + 79 € pro Person

Der Unterschied zwischen Blech und Neapel liegt im Teig und in der Hitze — beides lernst du an einem Nachmittag.

4 StundenDauer
max 10 PersonenGruppe
SchmachtenhagenRestaurant Landgut Maisto
Basis

Das lernst du.

Warum der Unterschied im Teig liegt, nicht im Belag

Die meisten, die zum ersten Mal neapolitanische Pizza machen wollen, kaufen guten Mozzarella und frische Tomaten und wundern sich, dass das Ergebnis trotzdem nicht danach schmeckt. Zu Recht — der Belag ist der kleinere Teil der Geschichte. Was eine Pizza aus Neapel ausmacht, entscheidet sich vorher: im Teig und in der Hitze, mit der er gebacken wird. Beides lässt sich lernen, und beides ist an einem Nachmittag greifbar, wenn man es einmal mit den Händen gemacht hat statt nur gelesen.

Der Kurs findet in der Restaurantküche auf dem Landgut Maisto in Oranienburg-Schmachtenhagen statt, nicht in der Siebträger-Werkstatt — die liegt, zusammen mit der Maisto-Rösterei, gleich nebenan auf demselben Hof. Mit der S1 von Berlin-Mitte aus in rund 45 Minuten bis zur Endstation erreichbar. Vier Stunden, maximal zehn Personen, Grundpreis 500 € plus 79 € pro Person, inklusive Essen am Ende.

Der Teig: vier Zutaten, ein Verhältnis

Neapolitanischer Pizzateig kennt nur vier Zutaten: Mehl, Wasser, Salz, Hefe. Keine Trickzutat rettet einen schlechten Teig, und keine fehlt ohne Grund. Die Hydration — das Verhältnis von Wasser zu Mehl in Prozent — ist die erste Stellschraube. 60 Prozent ergibt einen griffigen, leicht zu formenden Teig, gut für den Einstieg. Ab 65 bis 70 Prozent wird die Krume luftiger und offener, aber der Teig klebriger und schwerer zu handhaben. Mehr Wasser ist also nicht automatisch besser — es verschiebt nur, was leichter und was schwerer wird.

Salz kommt erst nach dem Mehl-Wasser-Kontakt dazu, nie direkt auf die Hefe, weil es sie sonst abtötet, bevor sie arbeiten kann. Die Hefemenge bei neapolitanischem Teig ist bewusst niedrig — oft nur 0,1 bis 0,3 Prozent auf das Mehlgewicht bei langer Gare. Wenig Hefe heißt langsame Gare, und langsame Gare heißt mehr Aroma, weil die Zeit den Geschmack aufbaut, den man sonst mit mehr Hefe erzwingen würde.

Stockgare und Stückgare: zwei verschiedene Phasen

Nach dem Kneten geht der Teig als Ganzes — das ist die Stockgare, meist zwei Stunden bei Raumtemperatur. In dieser Zeit entwickelt sich das Glutennetz weiter und die ersten Aromen entstehen. Danach wird der Teig in Portionen geformt, zu Kugeln, den sogenannten Teiglingen — und geht ein zweites Mal, diesmal einzeln: die Stückgare, vier bis sechs Stunden.

Der Unterschied zwischen den beiden Phasen ist keine Formsache. In der Stockgare baut sich Struktur auf, in der Stückgare wird diese Struktur in die einzelne Portion übersetzt und lockert sie zusätzlich auf. Wer die Stückgare abkürzt, merkt es am Formen: Der Teig zieht sich zurück, statt sich dehnen zu lassen, weil das Glutennetz noch zu gespannt ist. Im Kurs arbeiten wir deshalb mit vorbereiteten Teiglingen in unterschiedlichen Gare-Stadien, damit dieser Unterschied direkt in der Hand spürbar wird.

Von Hand formen — der Cornicione entsteht dabei

Ein Nudelholz hat in der neapolitanischen Pizza nichts zu suchen, weil es die Luftblasen aus dem Rand drückt, die genau dort den Cornicione bilden sollen — den dicken, luftigen Rand, der beim Backen aufgeht und die charakteristischen dunklen Blasen bekommt. Stattdessen wird der Teigling mit den Fingerspitzen von der Mitte aus flachgedrückt, während der äußere Rand unberührt bleibt und seine Luft behält.

Der typische Anfängerfehler: zu viel Druck in der Mitte, zu wenig Respekt vor dem Rand, und am Ende eine Pizza, die überall gleich dick ist statt in der Mitte dünn und am Rand luftig. Der zweite häufige Fehler ist zu langes Ziehen an einer Stelle — der Teig reißt dann eher, als sich gleichmäßig zu dehnen. Wir üben die Bewegung wiederholt, bis sie automatisch sitzt, nicht nur einmal als Vorführung.

Belegen mit Maß

Weniger Belag ist bei neapolitanischer Pizza fast immer die richtige Entscheidung. Zu viel Tomatensauce, zu viel Mozzarella, und der Teig in der Mitte wird durchgeweicht, bevor er durchbacken kann — die Pizza wird schlaff statt knackig am Rand und zart in der Mitte. Eine dünne, gleichmäßige Schicht Tomate, mäßig Mozzarella, dazu Basilikum und Olivenöl reichen für eine klassische Margherita völlig aus.

Backen bei echter Hitze

Der größte Unterschied zum Haushaltsofen ist die Temperatur: Ein Holzofen läuft bei 430 bis 480 Grad, ein normaler Backofen schafft selten mehr als 250 bis 280 Grad. Bei echter Hitze backt eine Pizza in 60 bis 90 Sekunden — der Rand bläht sich auf, bekommt dunkle Blasen, während die Mitte gerade durch ist. Diese kurze Zeit lässt keinen Raum für Ablenkung: Wer die Pizza im Ofen liegen lässt und wegschaut, verbrennt den Rand, bevor er es merkt.

Zuhause im Haushaltsofen braucht es andere Mittel, um sich anzunähern: eine Stahlplatte oder ein Pizzastein, mindestens eine Stunde Vorheizzeit auf höchster Stufe, idealerweise mit Grillfunktion von oben. Die Backzeit verlängert sich dann auf 6 bis 8 Minuten — und genau dafür geben wir am Ende ein angepasstes Rezept mit, das realistisch bleibt, statt eine Neapel-Illusion zu verkaufen.

Fehlerbilder lesen

Eine blasse Pizza ohne dunkle Stellen am Rand hatte meist zu wenig Hitze oder zu kurze Backzeit. Ein zäher, gummiger Rand deutet auf zu wenig Gare hin — das Glutennetz war noch nicht so weit entwickelt, dass es beim Backen richtig aufgehen konnte. Eine durchgeweichte Mitte kommt fast immer von zu viel Belag oder zu wenig Hitze von unten, sodass der Boden nicht mit der Oberseite mithält. Diese drei Bilder zu unterscheiden ist der schnellste Weg, beim nächsten Versuch gezielt nachzujustieren statt neu zu raten.

Anfrage

Der Kurs läuft mit maximal zehn Personen in der Restaurantküche auf dem Landgut Maisto in Oranienburg-Schmachtenhagen, vier Stunden inklusive gemeinsamem Essen am Ende, Grundpreis 500 € plus 79 € pro Person. Für Gruppen und Termine schreib an werkstatt@9bar-studio.de oder ruf unter 030 75437344 an — wir sagen dir, welche Termine offen sind.

Der Ablauf

ZeitBlockInhalt
Stunde 1Teig ansetzen und verstehenMehl, Wasser, Salz, Hefe — und warum die Reihenfolge, in der sie zusammenkommen, den Teig macht oder ruiniert. Wir setzen mehrere Teige mit unterschiedlicher Hydration an, damit du den Unterschied in der Hand spürst, nicht nur liest.
Stunde 2Gare — Stock und StückWährend der Teig geht, sprechen wir über das, was in dieser Zeit chemisch passiert, und bereiten die Beläge vor. Fertig geführte Teiglinge aus verschiedenen Gare-Stadien liegen bereit, damit du den Unterschied direkt vergleichen kannst.
Stunde 3Formen von HandKein Nudelholz. Wir drücken die Luft aus der Mitte, ziehen den Rand nach außen, bis der Cornicione entsteht — und wiederholen das, bis die Bewegung sitzt. Typische Fehler beim Formen besprechen wir direkt am eigenen Teigling.
Stunde 4Backen und EssenJeder belegt und backt seine eigene Pizza bei hoher Hitze, kurze Backzeit, ständige Kontrolle. Danach wird zusammen gegessen — mit Kaffee aus der Maisto-Rösterei und, wenn gewünscht, Antipasti aus dem Maisto-Catering.

Für wen ist das?

Für alle, die zuhause schon Pizza gemacht haben und wissen wollen, warum sie nie so wird wie in Neapel. Vorkenntnisse braucht es keine, nur Interesse an Teig als Handwerk. Wer danach zuhause weitermacht, bekommt ein Rezept und einen Zeitplan, der auch im Haushaltsofen funktioniert.

Was gestellt wird

  • Schürze und alle Zutaten stellen wir
  • Der Holzofen ist geheizt und startklar
  • Beläge in mehreren Varianten zum Ausprobieren
  • Getränke inklusive Kaffee aus der eigenen Rösterei
  • Rezept und Zeitplan für den eigenen Ofen zum Mitnehmen

Preis und Anmeldung

500 € Grundpreis + 79 € pro Person · 4 Stunden · max 10 Personen · Restaurant, Schmachtenhagen.

Zwei Beispiele: Zu 4 zahlt ihr 816 €, zu 10 1.290 € — pro Kopf wird es also günstiger, je mehr ihr seid. Der Grundpreis bezahlt den Koch und die Küchenzeit, die Kopfpauschale das Essen.

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FAQ

Häufige Fragen.
Ehrliche Antworten.

Frage nicht dabei? Ruf an: 030 75 43 73 44

Kann ich neapolitanische Pizza wirklich im normalen Backofen nachmachen?
Nicht identisch, aber näher als gedacht. Ein Haushaltsofen schafft selten mehr als 250 bis 280 Grad, ein Holzofen läuft bei 430 bis 480 Grad — der Rand bräunt dadurch anders und braucht länger. Mit Stahlplatte oder Pizzastein, maximaler Vorheizzeit von einer Stunde und einer angepassten Backzeit von 6 bis 8 statt 90 Sekunden kommt man erstaunlich nah heran. Genau diesen Umbau besprechen wir im Kurs.
Wie hoch sollte die Hydration für Anfänger sein?
60 bis 65 Prozent Wasser zu Mehl sind ein guter Einstieg — der Teig ist noch gut zu formen, verzeiht kleine Fehler und braucht keine Erfahrung mit klebrigem Handling. Wer schon geübt ist, kann Richtung 70 Prozent gehen, weil das die Krume lockerer macht. Im Kurs setzen wir bewusst mehrere Hydrationsstufen an, damit der Unterschied direkt spürbar wird, statt nur behauptet.
Wie lange muss der Teig gehen?
Für einen Direktteig rechnet man mit 2 Stunden Stockgare bei Raumtemperatur, danach Teiglinge formen und weitere 4 bis 6 Stunden Stückgare, bis sie sich locker und luftig anfühlen. Insgesamt sind das 6 bis 8 Stunden von Anfang bis Backen — deshalb bereiten wir im Kurs Teige vor, die schon unterschiedlich weit sind, damit die vier Stunden für alle Phasen reichen.
Was mache ich, wenn der Teig immer reißt statt sich zu dehnen?
Meist liegt es an zu wenig Gare oder zu kalter Küche — das Glutennetz ist dann noch zu straff und gibt nicht nach. Der Teig sollte sich lauwarm und weich anfühlen, nicht kühlschrankkalt. Reißt er trotzdem, an einer Stelle weniger ziehen und die Spannung woanders aufbauen, statt an der schwachen Stelle weiterzuarbeiten. Genau dieses Fehlerbild üben wir gezielt im Kurs.
Ist der Kurs für Kinder oder Jugendliche geeignet?
Ab etwa 12 Jahren funktioniert das gut, solange ein Erwachsener aus derselben Buchung dabei ist — der Ofen läuft bei sehr hoher Hitze, und in dessen Nähe braucht es Aufsicht. Jüngere Kinder sind beim Formen am Tisch meist mit Begeisterung dabei, am Ofen selbst übernehmen dann die Erwachsenen. Sprich uns bei der Anfrage kurz auf das Alter der Gruppe an, dann planen wir entsprechend.
Warum Grundpreis plus Kopfpauschale und nicht einfach ein Preis pro Person?
Der Kurs ist ein Gruppenprodukt — ihr habt die Küche für euch, nicht einen Platz in einem offenen Kurs. Der Grundpreis von 500 € deckt Koch und Küchenzeit unabhängig davon, ob vier oder zehn Leute kommen, die Kopfpauschale von 79 € pro Person deckt das Essen, und das skaliert nun mal mit der Personenzahl. Für vier Personen macht das 500 € plus 4 mal 79 €, also 816 € insgesamt, 204 € pro Kopf. Für zehn Personen sind es 500 € plus 10 mal 79 €, also 1.290 € insgesamt, 129 € pro Kopf — je größer die Gruppe, desto günstiger pro Kopf.
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