Was ein Kaffee-Tasting von einem Workshop unterscheidet
Beim Barista-Workshop steht jeder an der Maschine, es ist laut, es geht schnell, es geht um Bewegung. Beim Kaffee-Tasting sitzt die Gruppe, es ist ruhig, und es geht um Wahrnehmung. Wir arbeiten nach dem klassischen Cupping-Protokoll, wie es auch in Röstereien zur Qualitätskontrolle genutzt wird: Kaffee wird gemahlen, mit heißem Wasser übergossen, nach vier Minuten die Kruste gebrochen, dann geschlürft — laut, mit Absicht, damit der Kaffee sich über die ganze Zunge verteilt. Das ist ungewohnt für die meisten und genau deshalb ein guter Gesprächsanlass. Für bis zu 12 Personen, zwei Stunden, ab 590 € zzgl. MwSt.
Der Ablauf im Detail
Wir starten mit einer kurzen Einführung ins Protokoll — keine Vorträge, sondern gleich die erste Tasse in der Hand. Dann kommen drei Herkünfte blind auf den Tisch, jede Person verkostet alle drei nacheinander und schreibt auf, was sie schmeckt: Säure, Süße, Körper, Nachgeschmack. Danach lösen wir auf, welche Herkunft was war, und ordnen die Eindrücke den tatsächlichen Anbauregionen zu — meist eine aus Äthiopien, eine aus Brasilien oder Guatemala, eine dritte je nach aktueller Röstung. Zum Abschluss läuft derselbe Kaffee als Espresso durch die Maschine, damit jeder den Unterschied zwischen Cupping-Aufguss und fertigem Espresso direkt vergleichen kann.
Wo das stattfindet
Möglich bei euch im Büro oder in unserer Werkstatt in Oranienburg. Bei euch braucht es einen ruhigen Raum mit Tisch — eine Kantine während der Mittagspause funktioniert nicht, weil Cupping vom konzentrierten Riechen und Schmecken lebt und Nebengeräusche die Wahrnehmung stören. Ein Meetingraum oder eine ruhige Ecke im Büro reicht völlig. In der Werkstatt übernehmen wir die komplette Logistik, ihr müsst nur anreisen.
Was ihr stellen müsst
Ein Tisch für 8 bis 12 Personen, an dem alle nebeneinander sitzen und mitschreiben können — Cupping funktioniert im Kreis oder an der Tafel, nicht verteilt auf mehrere kleine Tische. Ein normaler Stromanschluss für Wasserkocher und, beim Espresso-Teil, für die Maschine. Sonst nichts. Kein Wasseranschluss nötig, weil wir mit mitgebrachtem Wasser arbeiten, keine besondere Fläche außer dem Tisch.
Was wir mitbringen
Cupping-Tassen und Löffel für die ganze Gruppe, drei ausgewählte Herkünfte aus der eigenen Rösterei — geröstet in Oranienburg und bei unserem Partner Maisto Caffè in Neapel —, Waage und Kessel für exakte Aufgussmengen sowie Protokollbögen, auf denen jeder seine Eindrücke notiert und mitnehmen kann. Für den Espresso-Abschluss kommt eine kompakte Siebträgermaschine mit.
Wie laut und wie anstrengend das ist
Kaffee-Tasting ist das ruhigste unserer Formate. Kein Milchschäumen, keine Mühle im Dauerbetrieb, kein Stehen. Die lauteste Aktion ist das gemeinsame Schlürfen — was am Anfang oft Gelächter auslöst, weil es sich falsch anfühlt, in Gesellschaft laut zu schlürfen, und genau das ist Teil der Übung. Nach zwei Stunden sitzen ist niemand erschöpft, eher wach — Cupping mit drei Herkünften bedeutet neun bis zwölf kleine Tassen pro Person, das wirkt.
Größere Gruppen und Varianten
Bei mehr als 12 Personen teilen wir in zwei Durchgänge oder zwei parallele Tische mit zweiter Leitung — sprecht uns darauf an, wir kalkulieren dann neu. Wer das Format mit einem Rösterei-Besuch verbinden will, dem empfehlen wir stattdessen das Rösterei-Event in Oranienburg, dort kommt zum Cupping noch die Trommel und der Rohkaffee dazu.
Was Teilnehmende mitnehmen
Am Ende hat jede Person ihren ausgefüllten Protokollbogen mit eigenen Notizen zu drei Kaffees — ein kleines, persönliches Ergebnis, das über den Nachmittag hinaus etwas wert ist, wenn zuhause der nächste Kaffee eingekauft wird. Auf Wunsch geben wir zusätzlich kleine Probepackungen der verkosteten Röstungen mit, das rechnen wir separat, weil es nicht im Grundpreis enthalten ist.
Für wen das nicht das richtige Format ist
Wer ein Event mit viel Bewegung und wenig Sitzen sucht, ist beim Kaffee-Tasting falsch — dafür gibt es den Barista-Workshop oder die Latte-Art-Battle. Auch für sehr große Gruppen ab 20 Personen eignet sich das Format schlecht, weil Cupping von der gemeinsamen, konzentrierten Aufmerksamkeit an einem Tisch lebt und ab einer gewissen Größe in mehrere parallele Durchgänge zerfällt. Für Führungskreise, kleinere Teams oder als ruhiger Programmpunkt innerhalb eines längeren Firmenevents ist es dagegen fast immer eine gute Wahl.
Buchung
Termin und Ort klärt sich am schnellsten telefonisch: 030 75437344 oder werkstatt@9bar-studio.de, Mo–Fr 8–16 Uhr. Gruppengröße und gewünschter Ort reichen für ein erstes Angebot.
Der Ablauf
| Zeit | Block | Inhalt |
|---|---|---|
| 0:00 – 0:15 | Einführung | Kurz, wie ein Cupping-Protokoll funktioniert: mahlen, aufgießen, Kruste brechen, schlürfen. Keine Theorie ohne Tasse in der Hand. |
| 0:15 – 1:00 | Drei Herkünfte blind | Jede Person bekommt drei gleich vorbereitete Proben ohne Etikett. Reihum wird geschlürft, notiert, verglichen — Säure, Körper, Nachgeschmack. |
| 1:00 – 1:30 | Auflösung und Diskussion | Herkünfte werden aufgedeckt, Herkunftsprofile erklärt. Wer welche Note zuerst benannt hat, kommt jetzt zur Sprache. |
| 1:30 – 2:00 | Espresso zum Abschluss | Die Rösterei-Herkünfte gehen als Espresso durch die Maschine, jeder trinkt, was ihm im Cupping am besten gefallen hat. |
Ausstattung
Wir bringen mit
- Cupping-Tassen und Löffel für die gesamte Gruppe
- drei Kaffee-Herkünfte aus eigener Rösterei, frisch gemahlen
- Waage, Kessel, Protokoll-Bögen zum Mitschreiben
- Siebträgermaschine für den Espresso-Abschluss
- eine Person, die durch das Protokoll führt
Ihr stellt
- Einen Tisch für 8–12 Personen, an dem alle sitzen und schreiben können
- Stromanschluss für Wasserkocher und Maschine (230 V)
- Ruhige Umgebung — Cupping lebt vom Riechen und Schmecken, nicht vom Nebengespräch
- bei Werkstatt-Termin: keine Anfahrt eurerseits nötig
Preis
ab 590 € zzgl. MwSt. · 2 Stunden · bis 12 Personen · bei euch oder in der Werkstatt.
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